esentri inside

Veränderung ist eine Entscheidung! Unser Weg zur esentri evolution – Empowerment & Culture

Die Identifikation des eigenen Zwecks (Purpose) war uns nach einigen Jahren also gelungen. Für mich als Gründer ist es immer wieder spannend (und manchmal fast etwas peinlich) zu reflektieren, dass unser WHY von Anfang an da war, wir es aber nicht greifen konnten. Passend dazu haben wir auch viele Jahre nicht wirklich bemerkt, wie intensiv Veränderungsprozesse schon bei jedem von uns gewirkt haben.

Veränderung braucht Kultur und Haltung

Um das wirklich verstehen zu können, muss man wieder in alte Dokumente und Präsentationen einsteigen – sich anschauen, was wir in der Vergangenheit gemacht haben. Wie wir gedacht und wir wir kommuniziert haben.

Team im Mittelpunkt – Mischung aus Kultur, Innovation, Nachhaltigkeit und Image als Erfolgsfaktoren (aus unserem Kick-Off 2014)

Ich kann vorwegnehmen, dass uns vor allem das vorherrschende Menschenbild in vielen Unternehmen immens zu Denken gegeben hat. Allzuoft haben wir vor unserer Selbstständigkeit erlebt, dass Kommunikation auf Augenhöhe, gegenseitige Wertschätzung und Transparenz nicht immer gegeben waren. Eigeninitiativen wurden erstickt und es herrschte die Meinung vor, dass Motivation über ausreichenden Druck und anspruchsvolle Zielsetzungen erzeugt werden kann. Wer so denkt und arbeitet, geht primär von einem „X-Menschenbild“ aus.

Wir sind bei esentri dagegen vom „Y-Menschenbild“ überzeugt und glauben fest daran, dass eine dazu passende Kultur Berge versetzen kann!

Passend dazu haben wir 2015 im Rahmen unserer Initiative „esentri 2.0“ das Thema Empowerment & Culture in den Kern unserer strategischen Überlegungen aufgenommen. Heute sprechen wir von „Digitale Kultur“ und unterstützen Unternehmen dabei, ähnliche Wege zu gehen.

Empowerment und Fokus auf Netzwerkorganisation beim esentri Kick-Off 2016

Veränderung entsteht nicht durch Technologie allein

In der IT ist Veränderung omnipräsent und wird vor allem durch Innovationen und Technologien getrieben. Hier waren wir seit jeher einfach verdammt gut und sicherlich ist diese Fähigkeit auch ein wichtiger Teil unserer DNA: wir haben Spaß an neuen Technologien und können oft kaum erwarten, diese zu verproben. Heute haben wir hierfür unser eigenes Innovation Labor, was treffenderweise und passend zu uns „duesentrieb Lab“ heißt 😉 (http://duesentrieb-lab.com)

Wenn man mich fragen würde, warum unser „duesentrieb Lab“ so wichtig ist, wäre die Antwort nicht „Technologie“. Aus meiner Sicht ist der größte Mehrwert des Labs die Innovation, die wir dort erzeugen. In all den Jahren haben wir gelernt, dass es eine besondere (Arbeits-)Umgebung und ein spezielles Mindset benötigt, um innovative Denkweisen, neue Methoden und Arbeitswelten zu fördern. Vieles davon wird derzeit unter dem Schlagwort #NewWork subsummiert.

Veränderung braucht Mut und Ehrlichkeit

Es ist nicht immer einfach sich von gängigen Denkmustern zu lösen und vorherrschende Rahmenbedingungen kritisch zu hinterfragen. Wie oft haben wir als junge Gründer gehört, wie wir etwas zu machen haben, damit am Ende „auch wirklich was rauskommt“. Nicht immer waren wir hier resistent und selbstbewusst genug unsere eigenen Ideen von Anfang an umzusetzen.

Beispiele kann ich viele nennen: von zu komplizierten Bonussystemen, erfolgsabhängigen Gehaltsbausteinen und starren Prozessen mit zu vielen Regeln. Alles davon war in Summe gut gemeint, hat sich im Alltag aber nicht gut angefühlt. Vieles haben wir konsequenterweise auch wieder abgeschafft. Diese Fähigkeit sich selbst immer wieder zu hinterfragen und Fehler (auch im Management) einzugestehen finde ich extrem wertvoll – ich bin froh und auch ein bisschen stolz, dass wir diese Kultur aktiv bei uns (vor-)leben.

Mut für Veränderung und weniger Regeln – interne Kommunikation zu Änderungen am gut gemeinten aber viel zu komplizierten Bonussystem 2016

Ich bin sehr dankbar, dass wir für unseren Entwicklungsprozess unfassbar engagierte und offene Aufsichtsräte für die esentri AG gewinnen konnten, die uns immer wieder ermutigt haben, eigene Wege zu gehen. Sie haben uns dabei unterstützt innovative Konzepte zu probieren und auch unsere Ideen für organisatorische Veränderungen umzusetzen.

Spürbare Veränderung braucht Geschwindigkeit

Bereits vor 5 Jahren haben wir beispielsweise unsere Organisationsstruktur von klassischer Hierarchie auf sich selbstverwaltende Netzwerke umgebaut. Damals haben wir dieses Konstrukt „Agile Communities“ getauft. Die Idee war, dass auch dort, wo die Wertschöpfung entsteht, die größtmöglichen Freiräume für eigenverantwortliche Entscheidungen sein sollten – „Empowerment in Netzwerkstrukturen“. Zentrale Prinzipien wie Kollaboration, Agilität, Kommunikation auf Augenhöhe und Transparenz haben wir schon immer gelebt.

Wir hatten damals auch ein eigenes SaaS Produkt mit dem Namen „Social PM“ implementiert. So war der konsequente Umbau der Organisation eine logische Folge dieser Denkweise, auch wenn das Produkt später eingestellt werden musste.

Der Slogan für Social PM war:

„Jedes Projekt ist ein soziales Netzwerk!“

Uns war wichtig, dass alle Mitarbeiter ein spürbares „Empowerment“ erfahren sollten, um als Organisation möglichst schnell, zielgerichtet und schlank handeln zu können.

Die „Agile Communities“ haben auch ihre Bereiche im Office eigenverantwortlich gestaltet, genauso wie Weiterbildungen, Bonuszahlungen und Anschaffungen

Tatsächlich haben wir durch die „Agile Communities“ viel gelernt und einen gewissen Reifeprozess durchlaufen. Nicht alles hat funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Weder in der Qualität noch in der Geschwindigkeit, die wir uns gewünscht haben.

Ein von uns unterschätzter Punkt war, dass Menschen gerade bei größtmöglichem Freiraum noch klarere gemeinsame Ziele, noch mehr Transparenz und vor allem definierte Rahmenbedingungen benötigen, damit sie sich wirklich selbstorganisiert einbringen können.

Aber gerade das hat uns nun veranlasst die Grundgedanken von damals zu schärfen und mit den Erfahrungen der letzten Jahre in ein neues Konzept zu gießen, das der Organisation eine stetige und nachhaltige Veränderung ermöglicht.

Wobei wir heute nicht mehr von Veränderung sprechen!

Veränderung braucht für die richtige Wirkung eine Richtung – ein vorwärtsgerichtetes Ziel, welches sich zu verfolgen lohnt. Veränderung wird dann zu positiver Energie und wirkt nachhaltig auf Organisationen.

Aus „Veränderung“ wurde also „Vorsprung“!