Digitale Kultur

Thinking Digital: diese drei Unternehmen machen es vor

Barbara Przeklasa
Barbara Przeklasa

Das futuristische Gebäude direkt am Fluss Tyne ist eigentlich ein Konzerthaus. Auch letzte Woche ging es im „The Sage Gateshead“ um Musik aber nur um Rande. Als Besucher der 10. Thinking Digital Konferenz begab ich mich für zwei Tage auf einen Streifzug durch unsere digitale Zukunft und bekam in einer ungewöhnlichen Location viel Neues auf die Ohren. „Tinder for beards“, Magie in der Customer Experience, Virtual Reality in der Kunst, die neusten Trends auf Twitter und wie man eine Marsmission plant, um nur ein paar Ausschnitte zu nennen. So vielfältig und bunt die Vorträge auch waren, drei Unternehmen sind mir bei der gezeigten Bandbreite für den Einsatz von Technologien besonders aufgefallen.

Atom Bank

Interessante Merkmale wie Mobile-only und neuerdings mit Rapper Will.i.am im Verwaltungsrat lassen aufhorchen. Die erst im letzten Jahr gelaunchte Atom Bank gilt derzeit als einer der modernsten Banken Europas. Ähnlich auch wie Tesla habe ich bei CEO Mark Mullen das Gefühl, dass er seine Firma eher als ein Softwareunternehmen als eine Bank aufstellt und möglichst viel anders machen möchte. Die Entwicklung bei Atom ist daher auch nicht nur „customer-focused“, sondern „customer-obsessed“. Ein Blick auf deren Website gibt einen interessanten Vorgeschmack, wohin die Reise als Bankkunde in Zukunft gehen kann. Sehr sympathisch klingt der Abschluss des Talk immer noch bei mir nach: mit Atom Bank befinden wir uns auf einer digitalen Reise und werden dabei noch viel erleben. Good luck, Atom!

Special Projects Studio

Das kreative Designstudio aus London hat ebenfalls die Customer Experience fest im Visier. Und setzt dabei natürlich auf Technologie aber noch viel mehr auf den magischen Moment. Der charismatische Mitgründer und Hobby-Zauberer Adrian Westaway beschreibt den Ansatz seines Kreativprozesses so: “Designers should use magic thinking and try to introduce surprise, delight and fuzzy feeling in the things they create.” Herausgekommen sind bisher ein paar wirklich ungewöhnliche Designlösungen rund um IoT, die sich auf ihrem Weg massentauglich zu werden wohl schwertun aber auf ihre Art wirklich zauberhaft sind. Notiz an mich: inspirierend![vimeo id=“https://vimeo.com/26489936″ width=“650″ height=“350″ autoplay=“no“ api_params=““ class=““][/vimeo][separator style_type=“none“ top_margin=“20″ bottom_margin=““ sep_color=““ border_size=““ icon=““ icon_circle=““ icon_circle_color=““ width=““ alignment=“center“ class=““ id=““]

Blockchain in der Musikindustrie

Imogen Heap ist Musikerin, mehrfache Grammy-Gewinnerin und revolutioniert nebenher die Musikindustrie. Hier gibt sie eine Live-Performance mit ihren eigenentwickelten smarten Handschuhen, die per Handbewegung den Sound verändern.

Ihre Kritik an der Musikindustrie: Das meiste Geld fließt in die Taschen der Labels. Künstler bekommen manchmal nur 1% der Einnahmen. Um das zu ändern setzt sie auf Blockchain und Smart Contracts. Sie plant ein Portal, auf dem Künstler ihre Songs mit den dazugehörigen Metadaten hochladen können. YouTube, iTunes oder Amazon könnten sich an diesen Songs bedienen. Die Künstler können einfacher bezahlt werden. Das Geld landet ohne Umwege direkt beim Musiker. Ein revolutionäres Projekt für Fair-Trade-Musik.

So unterschiedlich die Beispiele auch sind, die Gemeinsamkeit der drei Unternehmer ist unverkennbar: die feste Überzeugung, dass es besser geht und die viel Herzblut in ihre Projekte stecken. Die keine Angst vor dem Wandel haben, sondern ihn lieber aktiv gestalten. Habt ihr andere Beispiele für wegweisende Projekte oder Unternehmen, die man bisher so gar nicht auf dem Schirm hatte? Nennt sie in den Kommentaren!