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The Digital Workplace: mein Büro ist da wo mein Laptop steht

Auf meiner Reise durch Asien treffe ich viele Leute, die auf den ersten Blick so sind wie ich. Ortsunabhängige Webworker mit Laptop im Gepäck, die ihre Arbeit da verrichten wo es ihnen gerade gefällt. Ganz oben auf der „Nomad List“ und seit drei Wochen meine Homebase ist derzeit Chiang Mai im Norden Thailands. Mit Rucksack und Macbook reise ich für drei Monate durch die schönen Ecken Südostasiens. Was mich von den Coworkern ringsum unterscheidet, ist die Tatsache, dass ich nicht selbstständig bin, sondern festangestellt und den Anspruch habe meinen Job im Urlaubsparadies genauso zu stemmen wie sonst auch.

Du, Chef, kann ich auch vom Strand aus arbeiten?

Die Überraschung daheim war groß, als ich Freunden und Familie von meinem Plänen berichtet habe. Auch hier „on the road“ ist es weiterhin eher ungewöhnlich als feste Mitarbeiterin mit eigenem Verantwortungsbereich die Möglichkeit zu haben von unterwegs aus zu arbeiten. Viele fragen mich mit ganz großen Augen wie ich das angestellt habe. Die Antwort ist leider sehr simpel: ich hab einfach gefragt!

Sicherlich war meine Anfrage ziemlich ungewöhnlich, trotzdem war seitens esentri schnell klar: Warum eigentlich nicht? Ein Großteil meiner Arbeit im Marketing spielt sich ohnehin zu großen Teilen online ab. Unsere Regelmeetings werden während meiner Reise einfach via Google Hangout geführt. Die Zeit wird genutzt um verstärkt wieder konzeptionell zu arbeiten. Einige Aufgaben rund um die anstehenden Events werden von Kollegen übernommen. Die interne Kommunikation läuft hauptsächlich online über Yammer, Abstimmungen mit Externen via E-Mail. Der aktuelle Aufgabenstatus wird über das digitale Kanbanboard Leankit gepflegt. Soweit eigentlich ganz einfach. Klar, dass es trotzdem einige Dinge im Vorfeld zu berücksichtigen gab, was mich zu den Voraussetzungen führt.

Ohne das geht´s nicht: Vertrauen, Mut und Cloud

Die wichtigste Voraussetzung ist nicht mal technischer Natur. Die Basis für solch ein Projekt ist schlichtweg Vertrauen und ein Unternehmen, dass mit seiner Kultur neuen Formen der Arbeit offen gegenübersteht und den Mut hat es auch auszuprobieren. Niemand kann schließlich wirklich prüfen, ob ich den ganzen Tag vor dem Laptop sitze und arbeite. Daher kommt es umso mehr auf die Ergebnisse und eine klare Kommunikation an. Was die technische Seite betrifft, sind wir als modernes IT-Unternehmen gut aufgestellt und haben so ziemlich alles in der Cloud. All meine benötigten Tools wie Mailchimp und Hootsuite sind genauso wie unsere internen Services ausschließlich webbasiert und daher von überall zu erreichen. Es kann also losgehen, I`m ready for take-off!

Hier einige meiner digitalen Werkzeuge und Plattformen

  • Kommunikation: Yammer und E-Mail
  • Meetings: Skype und Google Hangout
  • Taskmanagement: Leankit und Asana
  • Dokumentation: Confluence
  • Konzeption: XMind
  • Mockups: Balsamiq
  • Dokumente: Google Drive
  • Marketingspezifisch: Hootsuite, WordPress, Adobe Creative Cloud, Google Analytics, Mailchimp

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Produktiv trotz Strand und frischer Kokosnuss

Auch wenn meine Zeit am Strand erst nächste Woche beginnt, Ablenkung gibt es auch hier im Norden Thailands in Form von Sightseeing, Massagetempeln und Yogakursen genug. Die richtige Balance zwischen Reisen und Arbeiten zu finden ist mit Sicherheit eine der größten Herausforderungen. Das allererste war daher die Suche nach einem ruhigen Arbeitsplatz, wo ich trotz ungewohnter Umgebung schnell in meine Arbeitsroutine finde. Also am besten ein Coworking Space, eine Art Gemeinschaftsbüro mit guter Infrastruktur, in das ich mich tageweise einmieten kann. Chiang Mai hat gleich zwei davon, außerdem jede Menge Cafés, die stabiles Internet (und Kaffee!) bieten und teilweise rund um die Uhr geöffnet haben. Diesen Blogpost schreibe ich gerade in solch einem, mit dem schönen Namen The Bird´s Nest, wobei das Arbeiten in einem Café schon etwas ablenkend sein kann und nicht für jede Aufgabe der richtige Ort ist. Die meiste Zeit also arbeite ich im Punspace, ein ruhiges Coworking Space in dem sich hauptsächlich Onlinemarkeeters, Blogger, Grafiker und Webentwickler tummeln – Jobs, die für das Digitale Nomadentum prädestiniert sind.

Neben der Entfernung von über 8.000km trennen mich und meine Kollegen noch sechs Stunden Zeit. Das bedeutet, dass ich schon meinen Nachmittagskaffee schlürfe, wenn meine Kollegen morgens den Rechner hochfahren. Anfangs hatte ich Bedenken ob die Kommunikation unter diesen Umständen reibungslos funktionieren kann – inzwischen liebe ich es. Mehr als einen halben Tag völlig ungestört Aufgaben bearbeiten und E-Mails beantworten zu können ist der wahre Luxus. Meinen Arbeitstag hab ich entsprechend angepasst: bis 15 Uhr steht „Kopfarbeit“ und Organisatorisches auf der Agenda, am Nachmittag hat Kommunikation und Abstimmung Vorrang. Arbeiten im Urlaubsland für längere Zeit ist mit der richtigen Planung (und ja, etwas Disziplin ;)) also durchaus machbar. Gratis on top gibt es eine Menge Impulse, die jeder längere Aufenthalt in einer fremden Kultur mit sich bringt und die unbezahlbare Möglichkeit mal wieder mit unverklärten Blick auf Arbeit und Prozesse zu schauen. Nicht zu vergessen das fantastische Essen hier, wofür ich das Macbook auch gerne mal für eine Weile links liegen lasse 😉

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