Software Engineering

Oracle BPM Suite 12c – Grundlagen: Activities, Events und Gateways

Oracle BPM Suite 12c - Beispielprozess PrüfeAntrag

Nachdem im letzten Blogpost gezeigt wurde wie die Oracle BPM Suite 12c installiert und eingerichtet wird, können wir nun mit den Grundlagen zu BPM fortfahren.

Die Oracle BPM Suite 12c unterstützt, wie bereits die Vorgängerversion 11g, die BPMN 2.0 Notation zur Modellierung von Geschäftsprozessen. So finden sich Activities, Events und Gateways dieser Notation zur Abbildung eines Prozessablaufes in der BPM Suite wieder. Sind diese Objekte in der BPMN 2.0 Notation noch sehr abstrakt gehalten, gibt es in der BPM Suite eine ganze Palette an vordefinierten Objekten, um schnell Prozesse modellieren zu können.

So werden Activities in die drei Kategorien Default, Interactive und Notification Activities eingeteilt. Unter Default Activities findet man sowohl einfache Tasks als auch Business Rules, Skripte, Service Calls und ganze Subprozesse. Interactive Activities sind Human Tasks mit unterschiedlicher Ausprägung, wer und wie viele Personen beteiligt sind. Notification Activities stellen verschiedene Kommunikationsformen, wie E-Mail, SMS oder Sprache dar. So erfüllt jede Activity einen anderen vordefinierten Zweck und kann dementsprechend unterschiedlich konfiguriert werden. Eine Interactive Activity, wie die Human Task, wird zum Beispiel mit einer Eingabemaske verknüpft und es kann festgelegt werden, welcher Personenkreis diese Activity ausführen darf.

Events in der Oracle BPM Suite 12c werden in vier Kategorien eingeteilt. Events, welche den Beginn eines Geschäftsprozesses markieren, sind in der Kategorie Start Events hinterlegt und repräsentieren unterschiedliche Startereignisse, wie eine eingehende Nachricht, Signal oder ein Timer. Ähnlich verhält es sich mit den End Events, welche einen Ausgang eines Prozesses darstellen. Diese können ebenfalls eine Nachricht, Signal oder Fehler absetzen, aber auch einen Geschäftsprozess abbrechen.

Etwas anders gestaltet es sich mit den sogenannten Intermediate Events in den Kategorien Catch Events und Throw Events. Diese Events treten während des Prozessablaufs auf und können zum Beispiel Nachrichten und Signale entgegennehmen oder ausgeben ohne den Prozess zu beenden. Damit kann innerhalb des Prozesses auf Ereignisse reagiert und gegebenenfalls weitere Ereignisse angestoßen werden.

Mit diesen beiden Objektarten und Sequence Flows genannten Verbindungspfeilen der BPMN Notation lassen sich schon einfache Prozesse mit einem Start-Event, einer Aktivität und einem End-Event erstellen. Diese Sequence Flows gehören zu den ergänzenden Notationen der Artefacts, welche zusätzlich noch Text Annotations zur Dokumentation und Measurements zur Definition von Messpunkten beinhalten.

Um jedoch komplexere Vorgänge abbilden zu können, werden noch Entscheidungsknoten, Gateways genannt, benötigt. Diese Gateways können einen Sequence Flow aufgrund bestimmter Konditionen aufspalten und wieder zusammenführen. Dabei unterscheidet man zwischen exklusiven (XOR), inklusiven (OR) und parallelen (AND) Gateways, welche die häufigsten vorkommenden Gateways darstellen. Je nachdem, welche Art von Gateway eingesetzt wird, verläuft der Sequence Flow unterschiedlich. Bei einem XOR-Gateway wird genau nur einer der Wege genommen, bei einem OR-Gateway können mehrere Wege genommen werden und bei einem AND-Gateway müssen alle Wege durchlaufen werden, damit diese wieder zusammengeführt werden können. Des Weiteren besitzen (X)OR-Gateways immer einen Defaultweg. Neben diesen einfachen Gatewaytypen gibt es noch die Complex Gateways und Event Based Gateways, welche weitere Gestaltungsmöglichkeiten bieten.

Mithilfe dieser Objekte lassen sich jetzt komplexere Prozesse innerhalb der Oracle BPM Suite 12c modellieren. Ein Beispielprozess, bei welchem innerhalb einer Human Task eine Entscheidung getroffen wird, welche dann über einen XOR-Gateway ausgewertet wird und dann unterschiedliche Activities ausführt, findet sich im Header dieses Beitrags.

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