Integration

Integration und Agilität – Modernes API-Management und iPaaS-Lösungen

Michael Krebs
Michael Krebs

In einer agilen und vernetzten Welt muss die Verbindung von Prozessen und Systemen transparent, in kurzer Zeit und vor allem zu vertretbaren Aufwänden möglich sein. Auf den ersten Blick scheinen Integration und agile Vorgehensmodelle dabei wie unvereinbare Gegensätze. Während Agilität oft klar definierte User Stories fordert, die fachlich formuliert sind, liegt der Schwerpunkt bei Integrationsprojekten in der Regel bei technischen Details, Mappings und anwendungsübergreifenden Prozessen. 

Der richtige „Schnitt“ der Services und Schnittstellen ist oftmals schwer auf knappe und einfach verständliche User Stories zu „mappen“. Noch dazu sind die Zyklen zwischen Entwicklung und Test der Funktionalitäten und den daraus folgenden Anpassungen nicht mit „religiöser“ Einhaltung von SCRUM oder KANBAN vereinbar, da oft innerhalb von Sprints flexibel und schnell auf die Testergebnisse reagiert werden muss. Integration und Agilität schreiten sozusagen nicht im selben Rhythmus und ebenso wenig im selben Tempo voran.

Bei der Auflösung dieser teils scheinbaren, teils tatsächlichen Widersprüche zwischen Integrationsprojekten und agilen Vorgehensweisen können spezielle, auf die jeweiligen Anforderungen angepasste Werkzeuge und Prozesse helfen. Dabei werden die Spezifikationen auf technische Stories portiert und mit geschätzten Aufwänden versehen. Die Umsetzung erfolgt nach agilen Methoden unter Einbeziehung von flexiblen Änderungen. In Kombination mit einem Development- und Architekturteam, welches die genutzten Methoden beim Kunden und den beteiligten Partnern etabliert, entstehen Schnittstellen und APIs in kürzerer Zeit und in einem für alle Beteiligten jederzeit transparenten Vorgehen.

APIs als Pforte in eine digital vernetzte Welt

Gerade durch die vermehrte Nutzung von APIs sind agile Modelle zwingend notwendig, da sowohl die Anzahl an Implementierungen als auch die Anpassungsgeschwindigkeit drastisch zugenommen hat. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, sind 3 Faktoren entscheidend:

  • Ein auf die Integration spezialisiertes, agiles Team, welches die Aufwände auf Grundlage von User Stories sehr genau abschätzen kann und zudem, die im Bereich der APIs anfallenden Tasks für Koordination und Kommunikation bestens kennt
  • Eine Architektur und ein Schnittstellenkonzept, welches auf die Anforderungen im Bereich der Nutzung von APIs ausgelegt ist und die Abgrenzung zwischen „klassischer“ Integration und APIs individuell berücksichtigt
  • Eine Plattformfür das Management und die Bereitstellung von APIs, die je nach individueller Anforderung die bestehenden Schnittstellenkonzepte ergänzt

Diese drei elementaren Faktoren sollten im Vorfeld der breitflächigen Einführung von internen und externen APIs ausreichend berücksichtigt werden, um den Erfolg einer besseren, transparenteren und vor allem agileren Vernetzung von Prozessen und Partnern sicherzustellen.

API als Grundlage neuer Businessmodelle

Hatten Schnittstellen und die sich daraus ergebende Nutzung von SOA-Architekturen oder Service-Bus-Konzepten in der Vergangenheit den Fokus auf der Optimierung von internen Prozessen oder der Anbindung von Businesspartnern, ebnen API-Plattformen oftmals den Weg zu ganz neuen Geschäftsmodellen.

Viele plattformbasierte Geschäftsmodelle sind durch eine API-Ökonomie überhaupt erst ermöglicht worden. Prominentes Beispiel sind die Systeme der Flug- oder Hotelportale, die über eine Vielzahl an API-Requests die Daten aller Anbieter abfragen und aufbereiten. Während dabei das Geschäftsmodell auf der Vernetzung basiert und sogar die Abrechnung über die einzelnen Anfragen und späteren Buchungen erfolgt, muss jedoch nicht immer ein neues, teilweise disruptives Modell für das eigene Unternehmen im Mittelpunkt stehen, um einen Mehrwert durch den konsequenten Aufbau eines API-getriebenen Prozessmodells zu erreichen.

Folgende Beispiele zeigen, welche anderen Ansätze sich im (Cloud-) Development immer mehr durchsetzen:

  • „API-First“in der verteilten agilen Entwicklung – zur parallelen Entwicklung mehrere Teams an einem integrierten Prozess mit im Vorfeld definierten Anforderungen an den Austausch der Daten zwischen den (Micro-) Services
  • API als zentrales Integrationsparadigmafür interne Business- und SaaS-Anwendungen zur schnellen Integration von Prozessen über Systemgrenzen hinweg
  • API-Management für internes Provisioning– Klare Zuordnung von Kosten zwischen internen Kostenstellen mittels einer internen Verrechnung von API-Calls zwischen den Process Ownern
  • API – Landkartenals Grundlage für die Neugestaltung von Unternehmensprozessen (Mash-Up) auf Basis einzelner (Micro-) Services unabhängig der zugrundeliegenden Anwendungen

Die Nutzung von API-Plattformen hat daher in der Regel weniger einen technischen, als vielmehr einen fachlichen oder organisatorischen Mehrwert und ermöglicht oder unterstützt oftmals einen für die digitale Vernetzung dringend nötigen Paradigmenwechsel.

API vs. iPaaS – Von der technischen Schnittstelle zur autonomen Integration

Stellt eine API immer noch die technische Grundlage für die system- und prozessübergreifende Integration dar, versprechen moderne Cloud-Integrationsplattformen (iPaaS) oftmals die Erstellung von Schnittstellen auf Knopfdruck, welche der fachliche Anwender selbst mit wenigen „Klicks“ zusammenstellen kann.

Leider zeigt die Praxis oft, dass die reale (IT-) Welt dann meistens doch komplexer ist, als es uns die bunte Marketing–Homepage der Anbieter verspricht. Obwohl moderne Cloud-Anwendungen gerade wegen der konsequenten Bereitstellung von APIs in allen angebotenen Services die relevanten Daten schnell und deklarativ zugänglich machen, fehlt es den meisten Anwendern  meistens an den Grundlagen eines prozess- und anwendungsübergreifenden Verständnisses. Aber auch Governance, Security und die Versionierung der einzelnen Systeme oder Prozesse sind oft Stolpersteine auf dem Weg ins integrierte Anwendungsglück.

Trotzdem bieten moderne iPaaS-Lösungen mit einer Vielzahl an vorgefertigten Adaptern eine gute Grundlage für die einfache und schnelle Integration von Prozessen zwischen (Cloud-) Diensten, SaaS-Anwendungen und lokalen Systemen im eigenen Rechenzentrum.

Musste in der Vergangenheit für jede neue Integrationsanforderung ein eigenes technisches Team beauftragt und eine umfangreiche Spezifikation erstellt werden, liefern heute auf iPaaS- Lösungen spezialisierte, agile Teams Integrationen oder Anpassungen innerhalb weniger Stunden oder Tage und machen dadurch eine industrielle Schnittstellenfertigung endlich möglich.

Der in der IT bereits seit langem gehegte Traum, agile und dynamische Services zu konfektionieren, die über fachliche Prozesse hinweg integriert aber auch ausgetauscht werden können, rückt durch moderne iPaaS-Plattformen in der Kombination mit einem zentralen API-Management in greifbare Nähe.

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Michael Krebs Geschäftsführer & Sales