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Die Digitalisierung meines Handgelenks: ein Monat mit der Apple Watch

Die Digitalisierung nimmt mehr oder weniger unbemerkt ihren Platz in unserem Alltag ein. Nachdem bereits das Smartphone die Interaktionen zwischen digitalem und analogem Leben explodieren ließ, machen sich die Smartwatches nun zusätzlich daran die Art der Interaktionen zu revolutionieren.

Als die Apple Watch im letzten September von Tim Cook vorgestellt wurde, war ich eher skeptisch. Auch wenn das aus den Stevenotes bekannte „One more thing…“ wiederbelebt wurde, überzeugten mich die Features nicht wirklich. Außerdem hatte ich seit 15 Jahren nichts mehr am Handgelenk getragen und wusste nicht, ob das neue Gadget aus Cupertino einen sinnvollen Platz einnehmen würde. Aber je näher das Release im Frühling rückte, desto kleiner wurde meine Skepsis. Unauffälligere Benachrichtigungen und ein Fitnesstracker waren die Features, die mich immer mehr an dem Gerät interessierten. Am 10. April half ich mit, die Apple Server zum Glühen zu bringen. Sechs Minuten nachdem der Verkauf gestartet war, erhielt ich meine Bestellbestätigung und stellte enttäuscht fest, dass ich meine Uhr erst einen Monat nach Veröffentlichung bekommen werde. Mitte Mai konnte mein Test, ob die Apple Watch als sinnvoller Ergänzung meines Lebens taugen würde, endlich starten!

Benachrichtigungen und Personal Trainer

Nach etwas mehr als einem Monat Erfahrung möchte ich die Apple Watch nicht mehr missen. In den ersten 10 Tagen passierte es mir zweimal, dass ich morgens vergessen habe die Uhr anzuziehen, aber inzwischen geht mein erstes Griff nicht mehr als Telefon. Maßgeblicher Grund dafür sind die Benachrichtigungen. Die eingebaute Taptic Engine, der Motor, der für das haptische Feedback zuständig ist, fühlt sich fantastisch an. Am Anfang war das sanfte „Klopfen“ am Handgelenk etwas zu unauffällig und ich habe die ein oder andere Benachrichtigung verpasst, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Inzwischen ist es mir dagegen fast unangenehm, wenn mein iPhone in der Hosentasche vibriert.

Auch nach dem Klopfen ist die Interaktion mit der Uhr praktischer. Schnell die Hand heben, einen kleinen Happen Informationen sehen und (optional) schnell antworten. Inzwischen bin ich mit dem ganzen „Prozess“ in der gleichen Zeit fertig, in der ich davor zum Herausholen meines Telefons gebraucht habe. Wenn man etwas längere Nachrichten schicken will, funktioniert das Diktieren von Texten über Siri problemlos, auch wenn sich das in der Öffentlichkeit noch komisch anfühlt. Zuhause nutze ich die Stimme aus der Cloud allerdings nun häufiger, nachdem ich in den letzten Jahren immer einen großen Bogen um Siri gemacht habe. Das Drücken der Digital Crown am Handgelenk ist einfach viel weniger Aufwand als das iPhone aus der Tasche zu fischen. Die Nutzung meines Handys beschränken sich auf das Stellen von Timern, dem Wecker und das Abspielen von Musik. Allerdings ist mir aufgefallen, das man die Anzahl der Nachrichten, die das Handgelenk erreichen einschränken muss. Sonst geht der positive Effekt des leichten Klopfens verloren.

Das zweite große Feature der Uhr ist für mich das Fitnesstracking. Die Gamification funktioniert unglaublich gut bei mir, sehr zur Belustigung meiner Kollegen. Die nicht ausgefüllten Kreise lösen das Bedürfnis in mir aus mehr zu tun. Ob mich die Uhr wirklich langfristig motiviert aktiver zu sein bleibt allerdings abzuwarten. Ansonsten benutze ich die Apple Watch beim Radfahren, auch wenn ich dazu noch ein dediziertes Gerät von Garmin benutze. Bisher war die Genauigkeit der Uhr sehr gut, bei der Distanz hatte ich bisher nur Abweichungen von weniger als einem Prozent. Ähnlich ist es beim durchschnittlichen Puls, da liegt die Uhr typischerweise zwischen 2-3 BPM daneben. Auch bei Touren von 3-4 Stunden hält die Uhr den ganzen Tag, so dass ich bisher mit der Batterielaufzeit keinerlei Probleme hatte. Ich muss das Gerät jedoch jede Nacht wie mein iPhone an die Ladestation anschließen, was mich persönlich nicht stört.

Gegenwart und Zukunft der Apple Watch

Viele 3rd Party Apps habe ich noch nicht benutzt, da sie meistens zu lange brauchen um etwas anzuzeigen. Allerdings sieht es so aus als würde sich das mit watchOS 2 verbessern. Ich bin gespannt, auf welche Ideen die Entwickler kommen, sobald sie das native SDK benutzen können. Zusammengefasst würde ich sagen, dass die Uhr das Potential hat viele Dinge besser zu machen. Bleibt nur abzuwarten, was diese Dinge sind. Ich persönlich würde mir die Uhr nach einem Monat Erfahrung wieder kaufen. Bei der Frage, ob in Zukunft jeder eine Smartwatch tragen wird, bin ich aber nicht sicher. In diesem Punkt ist die Uhr für mich anders als das Smartphone in 2008. Als ich mir damals mein iPhone 3G zugelegt habe, hatte ich innerhalb kürzester Zeit das Gefühl die Zukunft in der Hand zu haben. Schnell war mir klar, dass sich Smartphones durchsetzen werden und künftig jeder eines benutzen wird. Bei der Apple Watch bin ich mit solchen Prognosen etwas vorsichtiger.

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