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Arbeite doch, wo du willst

Mein zweites Jahr als digitale Nomadin geht langsam zu Ende. Mit meinem Laptop habe ich viele Teile Nordenglands bereist und bin auch wieder dem Ruf Asiens gefolgt und war in Myanmar und Thailand. In Gesprächen mit „Locals“ aber auch mit Freunden und Bekannten hier in Deutschland wird klar, dass die Gemeinschaft der Digitalen Nomaden zwar wächst aber für die meisten immer noch etwas Ungewöhnliches ist. Vor allem, wenn du einen festen Job hast und ihn auch behalten möchtest 😉 Aber auch da tut sich was. Es freut mich, dass in den Unternehmen spürbar ein Umdenken stattfindet und mich immer mehr Leute fragen, wie so eine Workation optimal gestaltet werden kann. Hier meine besten Tipps!

Take it slow

Um produktiv zu bleiben, kannst du sicher nicht mit dem Reisetempo eines Backpackers mithalten. Es dauert ein wenig, bis du an einem neuen Ort in deine Arbeitsroutine kommst. Lass dir Zeit anzukommen. Am besten nimmst du dir mindestens die erste Woche Urlaub, um die Umgebung zu erkunden, dich an das Klima zu gewöhnen und die neue Kultur kennenzulernen. Es gibt wunderbare Orte wie Chiang Mai, wo dir auch bei einem längeren Aufenthalt nicht langweilig wird und von wo aus du bequem Tages- und Wochenendausflüge unternehmen kannst.

Wenig Gepäck

Digitales Nomadentum und Minimalismus beim Gepäck gehören für mich untrennbar zusammen. Ich kenne Leute, die reisen Monate nur mit Handgepäck. Soweit bin ich noch nicht aber selbst aus meinem 7kg-Rucksack (plus Tagesrucksack für den Laptop) ziehe ich am Ende der Reise immer wieder Teile, die ich gar nicht oder kaum getragen habe. Gelegenheiten zum Bügeln gibt es wenig, daher kommt ohnehin nur noch praktische und gut kombinierbare Kleidung in Betracht. Gerade in Asien, wo die Reise z.B. auch mal kurzfristig mit dem Boot weitergehen kann, ist es oft viel einfacher mit leichtem Gepäck. Du wirst es dir unterwegs danken!

Eine gute Packliste, die mir am Anfang sehr geholfen hat, findest du hier.

Zeitverschiebung – sei ansprechbar

Wenn es in die Ferne geht, ist natürlich auch die Zeitverschiebung ein Thema. Bei mir waren es im extremsten Fall 7 Stunden Vorsprung zu den Kollegen in der Heimat. Mit ein wenig Flexibilität auf beiden Seiten ist das eigentlich kein Thema. Aufgaben, die keiner Abstimmung (mehr) benötigen, habe ich am Vormittag erledigt. Der Nachmittag war vor allem der Kommunikation vorbehalten. Es hilft, wenn du nicht strikt an deinem 9-to-5-Plan hängst und bereit bist, eine Stunde später anzufangen, um am frühen Abend noch an einer Telko teilnehmen zu können. So blieb bei mir alles im Fluss.

Die richtige Arbeitsumgebung

Die große Preisfrage: wo möchtest du arbeiten? Möglichkeiten gibt es ja viele. Vom Hotel aus oder mietest du dir ein Apartment? Im Café oder Coworkingspace? Probiere alles mal aus und schaue was am besten zu dir passt. Gerade bei den Coworkingspaces gibt es große Unterschiede, was den Social Factor angeht. Wenn du unterwegs gerne viele Leute kennenlernen möchtest, empfehle ich dir Coworking Spaces, die ein gemeinsames Mittagessen organisieren. Sonst kann es mitunter etwas schwieriger werden ins Gespräch zu kommen. In den klassischen Nomaden-Hotspots gibt es außerdem auch viele MeetUps. Um da auf Stand zu bleiben, werde am besten Mitglied in den lokalen Digital Nomad-Facebookgruppen.

Eine Liste von Coworking-Spaces in Südost-Asien findest du hier.

Du brauchst Inspirationen, wo es überhaupt  hingehen soll?

Welche Tools brauche ich?

Am idealsten ist natürlich, du hat schon Homeoffice-Erfahrung und eure ganze Infrastruktur ist auf „Remote Working“ ausgelegt, d.h. du hast alle Arbeitsmittel in der Cloud und nutzt schon regelmäßig Skype oder Google Hangout. Wenn nicht, solltest du das vorher unbedingt einführen und mit den Kollegen testen, bevor es richtig losgeht. Für die schriftliche Kommunikation empfehle ich Slack oder Yammer, E-Mail geht natürlich auch. Dieses Jahr habe ich verstärkt WhatsApp genutzt, auch zum Telefonieren. Die Sprachqualität war da einfach am besten. Für das Projektmanagement nutzen wir LeanKit, Trello ist aber auch eine gute und kostenfreie Alternative.

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