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Die Geschichte mit den Brücken - Social Network Bridge meets Seppelerbrücke

Bereits ganz am Anfang der Geschichte von esentri stand eine Brücke im Mittelpunkt und steht nach wie vor für den easy entry, den esentri mit seinen Produkten und Dienstleistungen bietet. Zudem ist unsere initiale Brücke aus Bambus, einem der solidesten und am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe und ist somit Symbol für unser nachhaltiges aber dennoch schnelles Wachstum.

Eine Brücke war nicht mehr ausreichend..

Mittlerweile gibt es auch eine zweite Brücke, die eine entscheidende Rolle in unserer Strategie spielt. Die "neue" Brücke ist rot und steht vor allem für unsere Enterprise Social Networks. Doch wie es zu dieser zweiten Brücke kam, ist eine spannende Geschichte, die ich an dieser Stelle erzählen möchte. Und damit nicht genug, auch unser Team musste dieses Jahr nicht nur im übertragenen Sinne über Brücken gehen, auch wenn es keine sieben waren.

esentri, unser Team und die Geschichte der Brücken

Gehen wir ein paar Monate zurück in unserer Geschichte, wir schreiben den Juni 2011 und unser Kick off in Ettlingen stand auf dem Programm. Neben dem fachlichen Austausch und den abendlichen Schlemmereien stand auch eine Wanderung auf dem Programm. In der Ankündigung war von festen Wegen und zehn Kilometern Gesamtstrecke die Rede. Doch befestigte Wege sind immer eine Sache der Interpretation und die Kilometeranzahl sollte auch mit Rückweg berechnet werden. So standen wir also nach einigen Stunden und dem ein oder anderen einheimischen Hopfengetränk im Wald und mussten über eine Brücke. Die Frage war nur, wird Sie alle tragen? Aber da uns zum einen der Mut auch im Business nie verlässt und esentri nur durch den Teamgeist jedes Mitarbeiters einem tollen Unternehmen geworden ist, wurde aller Mut zusammengenommen und die Brücke bezwungen und das erste Kapitel der Brücken war hiermit geschrieben.

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Die Social Network Bridge und ihr reales Pendant

Wieder voll im Alltag angekommen sind wir seit Anfang September dabei, unsere Enterprise Social Networking Lösungen  zu positionieren. Da wir Brücken, wie sicher der ein oder andere schon gemerkt hat, als zentrales Element nutzen, musste also eine weitere Brücke her. Die steht in diesem Fall nicht nur für den easy entry sondern vor allem für die Social Network Bridge, also die Brücke, die wir zwischen sozialen Netzwerken wie Goggle+ und Facebook und den Enterprise 2.0-Welten innerhalb von Unternehmen schlagen wollen. Denn unsere Brücke verbindet beide Welten, was bisher in Standardapplikationen und Geschäftsprozessen nicht berücksichtigt wurde. Eines schönen Nachmittags machten wir uns auf die Suche nach einer Brücke und Robert Szilinski hatte sie plötzlich gefunden. Sie ist wunderschön, strahlt in der Nacht und mit Ihrer roten Farbe haben wir uns fast ein bisschen in sie verliebt. Naja, vielleicht eine Prise zu viel der Gefühle, aber wir wollten DIESE Brücke haben!

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Wie kommt man zur "Brücke seines Herzens"

Unser Objekt der Begierde ist im realen Leben natürlich keine Social Network Bridge sondern nennt sich Seppelerbrücke, steht in Rietberg und wird von 40 Leuchtmodulen beleuchtet, die von Inventum Lux stammen und die Brücke gerade bei Nacht eben so einmalig machen. Also haben wir bei Inventum Lux kurzerhand angerufen und Herr Antonius Dreisewerd war tatsächlich bereit, uns die Bilder der Seppelerbrücke zur Verfügung zu stellen.

Die Seppeler Brücke ist jetzt auch "unsere" Social Network Bridge

Da steht sie nun auf unserer Homepage und unserem neuen Messe-Rollup und  eines sei versichert: Wenn wir einige Ziele, die wir uns für dieses und den Anfang des nächsten Jahrs gesteckt haben, erreichen können und unsere Social Network "Seppeler" Bridge sich weiterhin so gut entwickelt, dann wird das ganze esentri Team nach Rietberg fahren und wir machen zusammen mit Inventum Lux ein Bild auf der Brücke. Bis dahin steht aber noch ein wenig Arbeit vor uns. Wir schicken liebe Grüße nach Rietberg zu "unserer" Brücke und natürlich an das ganze Team von Inventum Lux. Möge die Seppeler Brücke noch lange in dem schönen Licht erstrahlen und nicht nur uns von esentri erfreuen.

Mehr zur Seppelerbrücke und Inventum Lux:

http://www.inventum-lux.com/

Michael Krebs

Einfach aber auch gefährlich - Prozesse mit Excel und Co.

Mit dem Beitrag “Quo vadis BPM? Gibt es überhaupt noch eine Chance für BPM und SOA?” haben wir vor kurzem eine neue Serie in diesem Blog gestartet. Ausschlaggebend war eine Studie der Software Initiative Deutschland e.V., der zur Folge nur ein Drittel der Geschäftsprozesse in den Unternehmen aktiv durch die IT unterstützt werden, in allen anderen Fällen Excel und Co. professionelle IT-Lösungen ersetzen und direkt von den Fachbereichen gewartet werden. Zu welchen gefährlichen Situationen das u.a. führen kann, zeigen wir in diesem Beitrag.

Bevor ich mich einigen konkreten Beispielen widme, möchte ich mich für die zahlreichen Zuschriften zum letzten Blog Eintrag bedanken. Ganz offensichtlich haben wir mit dieser Serie ins Schwarze getroffen und adressieren ein Problem, über das öffentlich nicht gerne gesprochen wird. Demnach gab es auch keine öffentlichen Kommentare, sondern ich wurde über XING und per Email von Personen aus meinem Netzwerk angeschrieben, die mir zum Teil absurdeste Situationen geschildert haben. Vielen Dank dafür - natürlich werde ich von den konkreten Fällen abstrahieren und versuchen auf die grundsätzliche Problematik einzugehen.

Das Wunderprodukt Excel

Im ersten Beitrag bin ich bereits auf das grundlegende Problem vieler Fachbereiche eingegangen. Schnell muss man heute auch kritische Prozesse anpassen können, Auswertungen für das Management vorbereiten oder einfach auch nur mal schnell ein bisschen was rechnen. Typischerweise hat jede Firma für viele dieser Fragestellungen genau eine Antwort: Microsoft Excel. Ich behaupte, dass Excel die vielleicht beste Software ist, die Microsoft je produziert hat: es ist einfach und mächtig - kaum eine Fragestellung lässt sich nicht mal schnell mit Excel lösen. Gerade in den Fachbereichen ist es äußerst beliebt, da mit vertretbarem Aufwand in kürzester Zeit Ergebnisse erzielt werden können. Wo ist also das Problem? Die meisten Personen mit denen man spricht, sehen darin keine Nachteile - ganz im Gegenteil. Dabei wird übersehen, wie kritisch der Einsatz von Excel sein kann und dass Unternehmen mit solchen Lösungen Millionen leichtfertig aufs Spiel setzen. Ich möchte das im folgenden anhand einer Beispiele aus der Praxis aufzeigen.

1. Beispiel - Excel als Datenbank

Nehmen wir an, wir befinden uns in einem Projekt und jemand schlägt vor die offenen Aufgaben zu erfassen. Was machen wir am einfachsten? Richtig - wir erstellen schnell mal ein Excel mit den "OPs" oder "Open Issues". Das geht schnell von der Hand, jeder kann sortieren und filtern und danach legen wir die Datei auf dem Netzlaufwerk ab - oder besser noch: verschicken sie an alle Beteiligten mit der Bitte um Ergänzung. Wenn dann alle fertig sind, dann führen wir die Infos wieder zusammen - geht ja schnell!

Was glauben Sie, wie viele Stunden in Unternehmen jährlich zugebracht werden Excel Dateien inhaltlich wieder zusammenzuführen oder Ergebnisse zu korrigieren? Ich fände das Ergebnis mal interessant und bin überzeugt, dass der wirtschaftliche Schaden enorm ist! So schnell das Erstellen geht, so mühsam ist nachher nämlich die Pflege der Daten, denn es gibt ein zentrales Problem bei Excel: es kann vervielfältigt werden und ist nicht zentral wie eine richtige Datenbank verfügbar. Zumindest nicht, wie man in der IT eine Datenbank verstehen würde. Nicht selten habe ich dennoch von Fachbereichen schon gehört, dass man noch andere "Adressdatenbanken" hätte oder Datenbanken mit den Vertriebsaktionen. Auf konkrete Nachfrage stellte sich dann heraus, dass es sich um Excel Dateien handelte, die im Unternehmen in unterschiedlichsten Versionen im Umlauf sind. Prima! Und wer weiß, wo der aktuellste vollständige Stand ist? Wie lassen sich diese Daten in den aktuellen Prozessen optimiert verwenden? Ach so....klar, man trägt sie manuell von Hand nach...und die Leute kommunizieren ja untereinander.

Dass das nicht immer klappt, zeigt ein Beispiel, wo ERP Planungsdaten durch die halbe Welt per Excel verschickt werden. Da die Daten jedoch nicht zentral in einer richtigen Datenbank verfügbar waren, hat das Management auf Grund offensichtlich falscher Zahlen Fehlentscheidungen im zweistelligen Millionenbereich getroffen, denn in der Zwischenzeit wurden weitreichende Investitionsentscheidungen an anderer Stelle getroffen, die sich nicht in den Excel Zahlen widerspiegelten.

Ein besonders krasser Fall wurde mir von einer Management Beratung berichtet, die ihrem Kunden sogar ernsthaft vorgeschlagen hat aus Kostengründen das Data Warehouse durch eine Excel Datei abzulösen!

Excel ist keine Datenbank! Daten in Excel sind isoliert und können nicht in Unternehmensprozessen verwendet werden. Gerade für geschäftskritische Daten ist Excel keine Lösung und eine richtige Datenbank (mit Transaktionen und Datenmodell, von der IT gewartet) ist in jedem Fall vorzuziehen. Eigentlich dachte ich, dass man diese Diskussion heute nicht mehr führen müsste. Der allgemeine Kostendruck treibt aber auch hier kuriose Blüten. Mein Rat daher: wenn Sie sparen wollen, rechnen Sie auch diese Effekte mit in Ihre Kalkulation ein und seien Sie realistisch!

2. Beispiel - Excel als Integrationsplattform

Wie oft haben Entwickler das schon gehört: "Gibt es in der Maske auch einen Excel Export?". Haben Sie sich schon mal gefragt, warum eigentlich jeder einen Excel Export von Daten benötigt? Was passiert eigentlich im Nachgang mit diesen Daten? Wer sorgt dafür, dass nur berechtigte Personen Zugang zu den Daten bekommen und wie wird sichergestellt, dass sensible Daten nicht versehentlich in falsche Hände geraten? Unternehmen geben Millionenbeträge für Sicherheitsmaßnahmen und Datenbanklizenzen aus und am Ende des Tages werden Excel Dateien exportiert. Ist das wirklich nötig?

Ja, sagen vor allem viele Fachbereiche - es sollen auch eigene Auswertungen möglich sein. Bereitwillig und mit Druck der Vorgesetzten werden in der Folge sowohl Excel Export als auch Excel Import Schnittstellen mittels csv Format von der IT entwickelt. Tatsächlich werden aber nicht nur eigene Auswertungen gemacht, bei denen sich ohnehin die Frage stellt, was mit den Ergebnissen häufig passiert und welche Aktionen abgeleitet werden. Nein - die Dateien werden auch zur Integration in andere IT-Systeme verwendet. csv-Dateien sind die XML Dateien der Fachbereiche. Hier ein csv exportieren, dort ein csv importieren. Daten miteinander mischen, verbinden und integrieren und dann irgendwann irgendwo wieder einspielen. Ich überspitze die Situation ganz bewusst, um die Probleme dieses Verfahrens zu verdeutlichen. Auch hier stellt sich die Frage der Datenintegrität. Wer stellt eigentlich sicher, dass derart zusammengestellte Datenmengen auch inhaltlich korrekt sind. Wie wird sichergestellt, dass wichtige Felder korrekt ausgefüllt sind und den bisherigen Regeln entsprechen. Die Antwort: keiner! Man verlässt sich auf die gut ausgebildeten Mitarbeiter. Ich glaube nicht, dass man an dieser Stelle erklären muss, welcher Schaden dadurch entstehen kann. Neben Problemen mit der Datenqualität wird nämlich auch prozessual verschleiert, in welchem Unternehmensteil welche Daten für welchen Zweck eigentlich verwendet werden. In Zeiten von Governance, Risk und Compliance sehr spannende Fragen, die auf dem Papier häufig für viel Geld von Externen beantwortet wurden - intern die Prozesse aber oft anders gelebt werden.

3. Beispiel - Excel für die Geschäftslogik

Neben der Datenhaltung und dem Datenaustausch wird Excel auch für "einfache Berechnungen" verwendet. So lassen sich natürlich schnell mal die Überstunden pro Mitarbeiter aufsummieren oder die Ein- und Ausgaben berechnen.Natürlich lassen sich nicht für alle Anwendungsfälle gleich aufwendige IT-Lösungen implementieren, das wäre oft in der Tat zu teuer und der Mehrwert zum Teil beschränkt. Auch wir bei esentri haben ein paar dieser einfachen Berechnungen mit Excel gelöst und fahren gut damit.

Kritisch wird das Ganze aber, wenn geschäftskritische Geschäftslogik mit Excel abgebildet wird. Stellen Sie sich folgende Situation vor, die wir schon live erlebt haben: ein Unternehmen hat sein Pricing (das wirklich komplex ist) auf Basis einer Excel Datei definiert. Alle Geschäftsregeln und die Formeln waren dort enthalten - allerdings ohne eine exakte Prüfung der Ein- und Ausgabeparameter. Unter uns: würden Sie jedem Mitarbeiter zutrauen, dass das Preiskalkulationsblatt korrekt ausgefüllt wird, auch wenn es keine Fehlerprüfungen gibt? Was passiert eigentlich, wenn sich Geschäftsregeln ändern oder von heute auf morgen ein neues Rabattprogramm eingeführt wird. Wer testet eigentlich die Änderungen im Excel - wer gibt sie frei? Wie wird sichergestellt, dass niemand mit einen veralteten Version arbeitet? Wie kann die durchschnittliche Marge ausgewertet werden, wenn die Daten nur in Excel vorhanden sind? Und wie kann kontrolliert werden, dass Daten nicht im Nachgang manipuliert oder im Rahmen der Weitergabe in andere Abteilungen verändert werden?

Für all diese Fragen gibt es nur eine Antwort - gar nicht! Das ist organisatorisch nicht realistisch möglich und Firmen haben eigentlich auch erkannt, wie hoch das Risiko der Arbeit mit Excel ist. Nicht umsonst ist diese Art und Weise der Arbeit in vielen Konzernen zumindest auf dem Papier verboten. Die Realität sieht freilich anders aus!

Fazit - keine Erhöhung der "technischen Schulden" durch Excel

Excel ist eine Wunderwaffe für den Geschäftsalltag und insbesondere Fachbereiche nutzen das Tool mangels Alternativen zurecht. Dabei wird jedoch häufig übersehen, welche Optimierungspotentiale durch "quick and dirty" Excel Lösungen für das gesamte Unternehmen verspielt werden und welche Risiken bereitwillig eingegangen werden. Ich appelliere an dieser Stelle insbesondere an alle Verantwortlichen ihre Prozesse nochmals kritisch unter die Lupe zu nehmen und sich auch offensiv mit den negativen Folgen von Excel zu beschäftigen. Ich weiß, dass in der heutigen Zeit oft schnelle Lösungen gefordert werden - erhöhen Sie jedoch nicht Ihre technischen Schulden dadurch, dass Sie weitere Insellösungen aufbauen und mit Excel nur kurzfristige, aber keine langfristigen guten Lösungen fördern.

Optimale Prozesse erfordern Weitblick und eine gute Strategie, in die auch die IT eingebunden wird. In den nächsten Blog Einträgen zeigen wir Ihnen die Alternativen zu den geschilderten Problemen auf und freuen uns bis dahin auf Ihre Anmerkungen!

Robert Szilinski

Strategische Weichenstellung: Michael Krebs wird Head of Business Development

Das Jahr 2011 steht ganz im Zeichen des Schlagwortes „Social Enterprise“. Wir haben diesen grundlegenden Wandel innerhalb der Unternehmenskommunikation bereits frühzeitig erkannt und die richtigen Produkte und Leistungen im Portfolio. Um die innovativen Konzepte in den Zielmärkten weiter zu forcieren haben wir nun auch intern einen wichtigen strategischen Schritt vollzogen.

Mit Wirkung zum 4. April 2011 wird unser neuer Mitarbeiter Michael Krebs als Head of Business Development die Produkte und Dienstleistungen von esentri weiter etablieren. Dazu zählt auch die Einführung unserer Social Project Management Plattform, welche die sozialen Komponenten des Web 2.0 in den Mittelpunkt der Projektarbeit stellt und mit diesem Ansatz und der technischen Umsetzung ein Alleinstellungsmerkmal im Zielsegment besitzt.

Michael Krebs - Head of Business Development

Michael Krebs ist dabei mit seiner langjährigen Erfahrungen im Projekt- und Social Media Umfeld und als zentraler Ansprechpartner für alle marketing- und produktrelevanten Fragestellung der nächste zentrale Baustein in der jungen Erfolgsgeschichte von esentri.

Wir freuen uns mit Michael Krebs die Idealbesetzung gefunden zu haben und wünschen ihm viel Erfolg bei den anstehenden Aufgaben!

Robert Szilinski

Desktop Feeling auch im Web – Forms Modernisierung mit Rich Internet Applications

Trotz immer modernerer Web-Frameworks und aufwendigen AJAX Features müssen Endanwender beim Umstieg von Forms Anwendungen in Richtung Web Abstriche beim Bedienkomfort und der Usability machen. Rich Internet Applications schließen diese Lücke und ermöglichen es zeitgleich die gesamte Softwarearchitektur der Forms Lösung schrittweise für zukünftige Anforderungen fit zu machen. Der folgende Artikel zeigt ein exemplarisches Vorgehen mit Adobe Flex und geht auf die Herausforderungen bei der Forms Modernisierung ein.

DOAG_News_April2011

Viele Unternehmen stehen vor der Frage, ob und wie sie ihre bewährten Forms Anwendungen durch moderne Technologien ablösen können. Nicht selten wurden viele Hundert Personenjahre in die Entwicklung der Geschäftslogik investiert und es ist kaum vorstellbar, von heute auf morgen mit einem „Big Bang“ auf eine neue Lösung umzustellen. Zu groß sind die Herausforderungen, die sowohl auf die IT-Verantwortlichen als auch auf die Endanwender warten.

Webanwendungen oder Fat-Client?

State of the art ist, dass man heute „im Web“ arbeitet und reine Desktop Lösungen als nicht mehr zeitgemäß gelten. Zwar bieten diese nach wie vor den größten Bedienkomfort und haben durchaus ihre Vorteile, sollte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Weblösung gefordert werden, heißt es in der Praxis häufig die Anwendung nochmals komplett für das Web zu entwickeln – Code muss also doppelt gepflegt werden und das produziert unnötig hohe Kosten.

Auf der anderen Seite haben klassische Weblösungen ebenfalls ihre Schwächen. Zunächst einmal müssen sich die Anwender auf das neue Arbeiten im Web einstellen. Webanwendungen werden im Wesentlichen durch das Request-Response-Prinzip geprägt und das Springen zwischen den Seiten sowie die vorwiegende Steuerung mit der Maus anstatt der Tastatur ist für viele eine große Umstellung. Gleichzeitig liegt die Transaktionskontrolle bei modernen Web Frameworks typischerweise nicht mehr beim Endanwender sondern im Application Server – nicht für alle Anwendungsfälle ist dies ein gewünschtes Verhalten. Das Problem verschärft sich noch, wenn beispielsweise die alte Forms Anwendung (stateful) PL/SQL Geschäftslogik aufruft und die Logik auch bei der Umstellung auf eine neue Technologie weiter verwendet werden soll. Insbesondere der Einsatz globaler PL/SQL Variablen, die in der Datenbank Session gehalten werden, erschweren die Weiterverwendung der Logik, denn die meisten Web Frameworks kommen durch den Einsatz des Connection Pooling Konzeptes nicht ohne weiteres damit zurecht. Ein Parallelbetrieb zwischen „alter“ und „neuer“ Welt wäre so nicht ohne weiteres möglich.

Es stellt sich also die zentrale Frage, welche Technologie am besten für die Modernisierung der eigenen Forms Anwendungen geeignet ist. Einen Königsweg kann es auf Grund der unterschiedlichen Anforderungen im jeweiligen Unternehmenskontext nicht geben. Im Folgenden wird aber ein vielversprechender Ansatz vorgestellt, bei dem kein Endanwender im Frontend auf liebgewonnene Funktionen verzichten muss und die IT-Architektur im Backend dennoch enormes Potential für zukünftige Entwicklung bietet. Dabei wird der Oracle Technologiestack nur im Frontend zu Gunsten des Open Source Frameworks Adobe Flex verlassen.

Architektur Forms2SOA

Rich Internet Applications – das Beste aus beiden Welten

Gemessen an heutigen Maßstäben werden die Benutzeroberflächen von Forms Anwendungen heute eher als alt und „unsexy“ wahrgenommen. Große „Wow-Effekte“ erzeugen dagegen vor allem die Rich Internet Applications, allen voran die Adobe Flash Technologie, die häufig zum Visualisieren von Charts oder aufwendigen Komponenten in Webanwendungen verwendet wird.

Dabei bietet Adobe mit dem Flex Framework noch weitaus mehr Möglichkeiten auch eigene Benutzeroberflächen mittels Action Script und MXML zu programmieren (siehe Listing 1), die dann ebenso im Flash Player des Browsers ausgeführt werden können, jedoch keine HTML Grundlage mehr haben. Aktuellen Studien zufolge ist trotz der benötigten Laufzeitumgebung keine zusätzliche Installation auf dem Client notwendig, da über 99% der Browser das Flash-Plugin bereits mitbringen.

Das Erstellen einfacher Pflegemasken und Dialoge geht dabei recht schnell von der Hand – schließlich stehen sehr viele ausgereifte GUI-Komponenten zur Auswahl - und orientiert sich vollständig am MVC Paradigma. Die Entwicklung kann daher hervorragend auf verschiedene Personen verteilt werden und auch eine agile Vorgehensweise, bei der bspw. die neuen Benutzeroberflächen schnell und zeitnah mit den Fachverantwortlichen abgestimmt werden können, wird gefördert.

Neben der guten IDE Unterstützung ist es zur weiteren Beschleunigung der Entwicklung natürlich auch möglich, die Forms Anwendung nach XML zu exportieren (es gab zu diesem Thema bereits einige DOAG News Beiträge und Vorträge) und anschließend in MXML (der Auszeichnungssprache von Flex) zu transformieren, um eine gute Ausgangslage für eine schnelle Flex Entwicklung zu schaffen. Je nach Maske empfiehlt es sich aber nicht einfach exakt die alte Funktionalität in eine neue Flex Maske zu übernehmen, sondern in diesem Zug auch die Gestaltung der Benutzeroberflächen zu überdenken und ggf. die GUI-Prozesse zu optimieren.

RIA ist mehr als nur schöne Masken

Neben sehr ansprechenden Masken bieten Rich Internet Applications aber noch weitaus mehr interessante Features, die im Rahmen der Technologieauswahl berücksichtigt werden sollten. Gerade für Poweruser sind beispielsweise die vielfältigen Möglichkeiten der Tastaturbenutzung sehr wichtig. So kann Flex sämtliche Tastatureingaben verarbeiten und auch die beliebten Funktionstasten können weiter verwendet werden.

Für Arbeiten mit der Maus bietet das Flex Komponentenmodell die Möglichkeit echtes Drag & Drop zu implementieren und somit auch die Chance, die in die Jahre gekommenen Forms Oberflächen auch bezüglich Usability zu modernisieren. Generell findet bei RIA übrigens zu keinem Zeitpunkt ein spürbares Nachladen der Anwendung statt!

Besonders spannend ist auch die Möglichkeit Echtzeit-Features in der Anwendung zu realisieren (Server Push sowie Publish & Subscribe). So können Daten über mehrere Clients hinweg zeitgleich synchronisiert werden und Konflikte direkt aufgelöst werden. Interessant ist diese Möglichkeit vor allem beim zeitgleichen Bearbeiten von Kundendaten, da Datensätze nicht mehr exklusiv gesperrt werden müssen, sondern Änderungen direkt für alle Endanwender zeitgleich sichtbar sind. Die Transaktionskontrolle liegt dabei im Gegensatz zu klassischen Webanwendungen voll beim Benutzer.

Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit eine Flex Anwendungen mit einer Offline-Fähigkeit auszustatten. Ein typisches Beispiel für diesen Bedarf ist ein Vertriebsmitarbeiter, der zeitweise offline beim Kunden ist oder unterwegs noch seine Notizen zum letzten Kundengespräch machen möchte. Diese kann er fortan ohne bestehende Internetverbindung machen, da der Flex Client die Möglichkeit besitzt Daten in einer lokalen Zwischendatenbank (z.B. SQLite) zu speichern. Diese werden dann analog den Echtzeitdaten synchronisiert, sobald der Client wieder online ist.

Technisch findet die Kommunikation zwischen dem Browser und dem Backend übrigens über ein Binärprotokoll (AMF) statt, das im Gegensatz zu HTML über HTTP sehr schnell und komprimiert auch große Datenmengen an den Client übertragen kann

Java Middleware als Grundlage für RIA und SOA

Damit Flex Applikationen mit der Datenbank kommunizieren können, wird der Aufbau einer Zwischenschicht (Middleware) empfohlen. Diese kann vollständig mit dem Oracle JEE Stack implementiert werden und ist damit 100% kompatibel zu den gängigen Standards. Die Brücke zwischen Java und Flex ist übrigens nicht proprietär, sondern kann mit den Produkten BlazeDS (Adobe) und GraniteDS komplett mit Open Source Software realisiert werden.

Je nach Bedarf ist es in der Middleware auch möglich bestehende PL/SQL Geschäftslogik durch Java Wrapperklassen weiter zu nutzen und somit die wertvolle Investition zu schützen. Dabei ist auch der Parallelbetrieb zwischen alter und neuer Technologie möglich, indem die Middleware sich wie ein Forms Client verhält. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass diese Wrapperklassen auch in Form von Webservices veröffentlicht werden und ein strategischer Ausbau in Richtung Service-orientierter Architekturen forciert werden kann. Diese Überlegungen sollten elementar bei der Modernisierung von Forms Anwendungen sein, denn nur der Austausch der Benutzeroberflächen bietet langfristig keinen wirklichen Mehrwert. Der Nutzen wird aber durch eine Öffnung gegenüber anderen Applikationen und Geschäftsprozessen mit BPEL erreicht, insbesondere um Medienbrüche abzubauen und Mehrfacheingaben zu vermeiden. Das Vorgehen bietet außerdem die Flexibilität weitere Frontend Anwendungen, wie z.B. Widgets oder mobile Applikationen auf Basis der gleichen Geschäftslogik zu entwickeln.

Fazit

Rich Internet Applications vereinen das Beste aus Webanwendungen und Fat-Clients. Sie sind damit eine interessante Alternative für Firmen, die eine Webstrategie verfolgen, ihren Anwendern aber den Komfort einer Desktop Anwendung bieten möchten. Zusätzliche spezielle Features wie Echtzeit- oder Offline-Fähigkeit sind weitere Alleinstellungsmerkmale.

Die Auswahl der Benutzeroberflächen ist dennoch nur ein Teil der Lösung und es gibt keinen Königsweg für die Forms Modernisierung – anstatt Adobe Flex könnte man je nach konkreten Anforderungen alternativ auch klassische Web-Frameworks mit AJAX oder zukünftig JavaFX einsetzen.

Wichtig ist, dass die individuellen Anforderungen genau analysiert werden und die Forms Modernisierung auch als Chance verstanden wird, Prozesse zu optimieren und die IT-Strategie zu überarbeiten. Ansonsten besteht die Gefahr am Ende für viel Geld nur alten Wein in neue Schläuche gegossen zu haben.

Mit Flex wurde in diesem Artikel eine spannende Alternative vorgestellt, die sich sehr gut mit einer Java Middleware- bzw. SOA-Strategie kombinieren lässt und für bestimmte Anwendungsfälle einen enormen Mehrwert liefert. Diese könnten im Rahmen einer schrittweisen Vorgehensweise als Rich Internet Application umgesetzt werden und auch bestehende Forms Anwendungen jederzeit sinnvoll ergänzen.

Robert Szilinski
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