Über 60 hochrangige Speaker waren zur World Class Digital Transformation 2016 angereist. Zwei Tage lang gaben sie Einblicke in den Alltag und die Erfolgsstorys ihrer jeweiligen Digitalisierungsprojekte. Dabei fiel schnell auf: Den Referenten namhafter Häuser wie Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Hermes, Miele, Opel, PayPal, SBB, T-Systems lag durchweg eines am Herzen: Der Kunde im Mittelpunkt als Prinzip des unternehmerischen Handelns.

„Wie, ist das alles?“ – wird sich der ein oder andere an dieser Stelle fragen. Im Grunde ja, will man es auf eine kurze Formel bringen. Allerdings gestaltet sich dieses einfache Prinzip in der Praxis dann durchaus als gestandene unternehmerische Herausforderung, insbesondere für alteingesessene Branchen. Und hier wurde es richtig spannend in den vier Streams mit Fachvorträgen, Working Groups und einer Live Hack Performance.

Digitalisiert wird nach zwei Seiten: extern & intern

Die Referenten der Konferenz berichteten einerseits von konkreten, businessgetriebenen Projekten wie digitale Kundenschnittstellen, End-to-End-Processing, Industrie 4.0 und neuen Services mit algorithmenbasierten Prognosen. Andererseits brachten sie viele Beispiele mit, wie sie die tägliche Arbeit ihrer internen Kunden deutlich angenehmer machen durch Kollaborations- und Wissensplattformen und neuen Arten des Knowledge-Sharings.

Typische Pain Points der Unternehmen

Die Vorträge und Workshops zeigten die typischen Pain Points auf. Und eines fiel auf, nämlich die Gültigkeit unabhängig von der Branche.

IST-Situation alteingesessener Branchen

  • Starre & monolithische Systeme
  • Silodenken & Silohandeln
  • Massiver Druck durch neue Wettbewerber

Externe Kunden

  • Neue Erwartungen an Service & Erreichbarkeit
  • Multi-Channel Kommunikation & Interaktion
  • Produktreleases im Halbjahrestakt

Interne Kunden

  • Abteilungsübergreifende Informationen & Zusammenarbeit
  • Standardisierung der Routineprozesse & Automatisierung
  • Modernes Design & Funktionalitäten der Tools

7 Beispiele aus der Praxis zeigen den Wandel

Um so erfreulicher waren die zahlreichen Beispiele aus der Praxis, die eines klarmachten: Es zeichnet sich ein erstaunlicher Wandel ab in den Unternehmen! Viele haben die Zeichen der Zeit erkannt und die Experimentierphase und den PoC (Proof of Concept) schon weit hinter sich gelassen. Sie haben praxistaugliche Digitalisierungsstrategien mit konkreten Projekten gestartet und sind mitten in der Umsetzung.

Commerzbank

Zum einen will die Bank den Fokus mehr auf Digitale Kanäle ausrichten und einen digital assistierten Vertrieb ausbauen. Dieser soll dann u.a. auch durch Big Data unterstützt werden. Gerade auch die digitalen Produkte & Services sollen hier z.B. für neue Kundengruppen im Mittelstand interessant sein.

Bildschirmfoto 2016-03-07 um 11.00.59

Hamburg Port Authority

Schlag auf Schlag ging es weiter, es kündigte sich der Chief Digital Officer, Dr. Sebastian Saxe von der Hamburg Port Authority an. HPA zählt ca. 1800 Bedienstete und ist verantwortlich für das gesamte Hafenmanagement, den Hafenbetrieb und die Entwicklung. Voller Stolz berichtet Dr. Saxe von Smart Port, dem digitalen Hafen von Hamburg. Das Stichwort IoT nannte er in Bezug auf die Optimierung der Geschäftsprozesse.

#SmartPortHamburg wird hier näher gebracht:

Volvo Construction Equipment

Schlüsseltrends für Volvo sind sicher IoT, Sensoren und Data Analytics. Ziel ist die Erschließung von neuen Services für Ihre Kunden. Ca. 80.000 Maschinen sind bei Volvo bereits mit Sensorik ausgestattet, welche permanent Daten zu Backend-Systemen senden und diese auch verteilen.

Bildschirmfoto 2016-03-09 um 14.50.51

SBB

Die hauseigene SBB-App ist die am meisten heruntergeladene App in der Schweiz, fast 4,5 Millionen Downloads. Derzeit hat die SBB die Herausforderung sich selbst zu digitalisieren und nannte hier u.a. den HR-Bereich. Interessant war die Darstellung der heutigen Situation bei der SBB. Man sieht sich als großer, schwerer Tanker mit einem CEO auf der Brücke. Um jetzt schnelle Erfolge und Vorhaben umsetzen zu können, braucht es Schnellbote. Diese werden u.a. getrieben und umgesetzt durch einen BI-Modalen Gedanken innerhalb der IT.

Hagleitner

Hat sich das unternehmerische Ziel gesetzt das „Google für öffentliche Sanitäreinrichtungen“ zu werden und gewinnt mit über 25 Sensoren (!) am Handtuchspender wertvolle Daten zu Kundenverhalten in der öffentlichen Toilette. Man ist innerhalb von drei Jahren vom hemdsärmeligen Toiletten-Lieferanten zum vielgefragten Hygiene-Experten avanciert. Das auf Basis von IoT-Technologien aufgebaute Know-how wird heute gewinnbringend in neue Hygiene-Services für Krankenhäuser, Fussballstadien und Flughäfen umgemünzt.

Nespresso

Nespresso berichtet nicht ohne Stolz von einem 24 Stunden-Roll-out in 24 Ländern. Eine beachtliche Leistung denkt man an die typischen Sprach- und Kulturbarrieren, die ein solches Unterfangen mit sich bringt. Nicht nur, dass dies eine ausgeklügelte Logistik und Projektplanung erfordert, insbesondere die Projektrealisierung ist hier auf Basis einer einheitlichen Kollaborations- und Wissensplattform erst wirklich möglich gewesen.

Daimler

Der Automobilkonzern stellte in einer spannenden Working Group ihr Konzept 4.0 vor, das eine hochgradige Standardisierung und Automatisierung der Entwicklungsprozesse vorsieht. Die manuellen Eingriffe entlang der Wertschöpfungskette sollen drastisch reduziert und vollautomatisierte End-to-end Prozesse implementiert werden.

Und wie lebt esentri die Digitalisierung?

Gelebt wird der Fortschritt bei esentri in vielfältiger Weise. „Work from anywhere, anytime“ wird gerade von unserer Marketingexpertin Barbara mit erstklassigem Beispiel gelebt. Bring alles mit was du brauchst (z.B. Apps) und transportiere es an jeden Ort, an dem du dich befindest. Die Digitalisierung des HR-Bereichs, wie von der SBB vorgestellt, kennen wir auch. Aktuell wird der gesamte Bewerbungsprozess optimal für Bewerber digital aufgesetzt. Colloborations- und Informationsplattformen gehören genauso zu unserem Arbeitsalltag, wie Tools in der Cloud und digitalisierte Operations.

Die Vision macht´s!

Während der beiden informationsreichen Tage wurde immer wieder auf die Wichtigkeit der unternehmerischen Vision hingewiesen und auf die Bedeutung des Strebens nach neuen Angeboten für sich rasch verändernde Märkte. Oder wie David Campillo, Nestle es so schön auf den Punkt brachte:

„Digitalization is not just another IT project, it is a company’s strategy“.

Den Willen zur Innovation und zur Erneuerung brauche es quasi als Teil der Unternehmens-DNA. Und so zog sich ein Thema wie ein Leitmotiv durch die Gespräche während der Pausen und in den Working Groups: Es sind hervorragende Zeiten mit vielen Chancen für Herzblut-Unternehmer!