In diesem Jahr feierte die OOP, die Konferenz für Software-Architekturen, ihren 25. Geburtstag, was in der Softwarebranche mit ihrer Schnelllebigkeit schon bemerkenswert ist. Wir waren zum ersten Mal als Aussteller und Konferenzteilnehmer dabei. Auch in diesem Jahr hatte Jutta Eckstein die Gesamtverantwortung für die technische Qualität der OOP. Aufgeteilt in 16 Tracks war das Konferenzprogramm randvoll mit aktuellen Themen aus der modernen Softwareentwicklung:

  • Docker im täglichen Einsatz
  • Langlebige Software-Architekturen
  • Prinzipien von Continuous Delivery
  • Agile Dokumentation
  • Lean Business Development
  • Microservices
  • Augmented Reality sowie
  • Einblicke in das Agile FluencyTM Modell

Das Konferenzprogramm im Einzelnen ist unter folgendem Link zu finden.

Erste Eindrücke der OOP

Neben Vorträgen waren zusätzlich auch hochkarätige Persönlichkeiten zu Keynotes eingeladen. Ward Cunningham, u.a. Erfinder des Wikis, erkundete die nächste große Entwicklung: Federated Wikis. Sascha Lobo, bekannt aus “Funk und Fernsehen” diskutierte über die Entwicklung einer digitalen Gesellschaft. Linda Rising und Mary Lynn Manns berichteten über angstfreie Veränderungen.

OOP Aussteller-Bereich

Namhafte Unternehmen aus dem Bereich Beratung, Serviceanbieter und Softwareentwicklung waren als Aussteller vertreten. An dieser Stelle ist überaus positiv zu erwähnen, dass die Verantwortlichen genug Zeit zwischen den einzelnen Vorträgen eingeplant hatten. Somit konnte die Zeit hervorragend für weitere Diskussionen, Networking und zum Informieren am Stand genutzt werden. Das übliche Rennen von Vortrag zu Vortrag entfiel. Einen Kritikpunkt gibt es bei der Bereitstellung von Getränken. Lediglich in den Pausen wurde Kaffee ausgeschenkt. Das sorgte für lange Schlangen an den Kaffeebar’s.

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Die Vorträge waren durchweg qualitativ hochwertig vorbereitet und präsentiert. Ganz besonders gefiel mir die Mischung von Vorträgen aus dem Bereich Technik und Soft Skills. Vielfach ist der Bereich Soft Skills der wesentlich entscheidendere Bereich, warum Projekt tatsächlich scheitern oder Probleme verursachen. Die in Verbindung mit Digitalisierung stehenden Themen wie Virtualisierung mit Containern, Microservice-Architekturen und IoT wurden oft in Vorträgen diskutiert. Auch klassische Themen wie Software-Qualität und -Architektur wurden ausreichend behandelt.

An der Digitalisierung scheiden sich (noch) die Geister

In einer speziellen Masterclass berichteten mein Kollege Frank Szilinski und ich über den praktischen Erfahrungen beim Einsatz von Microservices-Architekturen. Anhand von drei unterschiedlichen Projekten erläuterten wir die unterschiedlichen Ansätze sowie die Vor- und Nachteile. Neben den üblichen Vorträgen zu diesem Thema war das sicherlich eine gute Ergänzung mit praktischen Erfahrungen, was auch die hohe Anzahl von Teilnehmern (> 45) zeigte.

Die Auswirkungen der viel diskutierten Digitalisierung der Welt und welche Veränderungen damit verbunden sind, war ein großes Thema der OOP. Sehr eindrucksvoll hat das Andreas Grabner in seiner Keynote vorgestellt. In Bezug auf die Softwareentwicklung stellte er fest, das Software die geforderte Funktionalität in besserer Qualität und immer kürzeren Releasezyklen bereitgestellten werden müsse. Endanwender erwarten “coole”, einfach zu bedienende Software, vor allem auf den mobilen Endgeräten.
Neue Businessmodelle entstehen und sind bisweilen sehr erfolgreich am Markt, wie das Beispiel Uber oder Airbnb zeigt. Erst durch Technologie werden neue Businessmodelle ermöglicht. Damit nimmt IT innerhalb eines Unternehmens eine viel wichtigere Rolle ein als noch vor 10 Jahren. Die Digitalisierung greift immer stärker um sich und beeinflusst auch “traditionelle” Branchen und Unternehmen. Deshalb kann es sich kein Unternehmen leisten, sich nicht mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Software hat in diesem Zusammenhang einen sehr hohen Stellenwert und so hat die Aussage von Marc Andreessen aus dem Jahre 2011: “Software  is eating up the world” an Aktualität nicht verloren. Wer sich heute nicht mit diesem Thema auseinandersetzt ist morgen vielleicht schon Vergangenheit.

An unserem Stand wurde das Thema auch kontrovers mit anderen Konferenzteilnehmern diskutiert. Viele Pros und Cons wurden ausgetauscht und wie so oft stellt sich die Frage, wie man diesem Veränderungsprozess begegnet. Klar ist, dass wir uns in einem der stärksten Veränderungsprozesse in der IT der letzten Jahre befinden. Viele etablierte Konzepte und Grundideen werden hinterfragt und es herrscht eine unglaubliche Bewegung am Markt.

Ethik und Moral in der IT

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Sehr gut fügte sich auch Sascha Lobo in diese Diskussion ein. Seine Keynote beschäftigte sich ebenfalls mit dem gesellschaftlichen Wandel durch die Digitalisierung bzw. Vernetzung. An vielen Beispielen zeigte Sascha Lobo auf, dass nicht jede technische Neuerung wirklich sinnvoll ist. Ein wichtiger Aspekt war, dass Menschen ohne IT-Background vielleicht auch nicht in der Lage sind, diese Unterscheidung wirklich treffen zu können. Deshalb appellierte er auch an die versammelte IT-Kompetenz sich darüber Gedanken zu machen und eine “Ethik der Vernetzung” zu entwickeln.

Fazit

Die Woche auf der OOP war sehr intensiv. Wir konnte neue Kontakte knüpfen und viele neue Impulse und Ideen gewinnen. Ich bin freue mich schon darauf, die neuen Erkenntnisse auszuprobieren und im Daily Business weiter zu entwickeln.