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Hängt das Netz seine Nutzer ab?

Wie viel Technik ist noch normal? Wie viele Informationen kann ein Einzelner überhaupt noch aufnehmen in einer sich immer schneller drehenden Welt? Was wird uns das Internet noch zumuten und warum brauchen wir auch noch ausgerechnet das neue Wundertool Google Wave?

Ein Kommentar zum Artikel im Spiegel „Google Wave etc. - das Netz hängt seine Nutzer ab“

So oder so ähnlich lauten die Fragestellungen im oben erwähnten Artikel. Nicht völlig zu unrecht fragt der Autor wie viel Information man als Mensch eigentlich an einem Tag verarbeiten kann. Twitter, Facebook, Xing, Web, RSS, SMS, E-Mail...irgendwann muss doch mal gut sein. Und jetzt auch noch Google. Das Internet überfordert uns. Es raubt uns Zeit. Es reicht langsam!

Selbst Informationsjunkies stoßen an ihre Grenzen. Die These, dass das Internet (bei sinnfreier Nutzung) mehr Energie kostet, als es wieder freisetzt, kann man vertreten. Aber seit wann ist Kommunikation ein Problem? Seit wann arbeiten wir dadurch weniger, wie der Artikel suggeriert? Ist es nicht vielleicht doch so, dass wir erst durch neue Medien wie das Internet auch unsere Produktivität steigern konnten? Sicherlich sind viele hundert Mails am Tag zuviel. Kein Mensch kann zwanzig Social Networks und Web 2.0 Seiten parallel und zeitnah pflegen, zusätzlich über das Unternehmens-Wiki immer auf dem aktuellen Stand sein und permanent neue Beiträge in den Projekte Blog posten. Der Autor hat wahrscheinlich Recht – so kann kein Mensch arbeiten und Google Wave brauchen wir daher schon gar nicht.

Doch ist das wirklich so? Wir glauben nein. Bei esentri sind wir davon überzeugt, dass Google genau aus den oben genannten Schwächen, die durchaus im Arbeitsalltag auftreten, die Idee der Wave geboren hat – eine Art SOA für Kommunikation. Das offene Konzept erlaubt es über Extensions und Robots beliebig viele Systeme wie Twitter, Wikis, Blogs aber auch SAP oder Salesforce an den zentralen Wave Server anzubinden. Kommunikation wird dadurch zentralisiert – und zeitgleich wieder beherrschbar. Vorbei die Zeiten in denen Medienbrüche und unterschiedlichste Systeme den Alltag beherrschen. Die offene Google Wave API erlaubt es eigene Oberflächen nach den tatsächlichen Bedürfnissen der Benutzer zu stricken und dabei die Technologievorteile von Google voll auszunutzen.

Wir sind uns sicher, dass dadurch nicht nur die „Digital Natives“ profitieren, sondern auch „normale“ Benutzer, die einfach nur möglichst effektiv ihre Arbeit erledigen wollen. Von „Abhängen“ kann also keine Rede sein! Viel eher wird man wohl mit einer durchdachten modernen IT-Lösung noch produktiver arbeiten können und dem Datenchaos ein Ende setzen können.

Robert Szilinski

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