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Kritik an Google wave

Erstaunlich, wie sich vermeintliche Experten gegen Google verbünden: Gestern wurde öffentlich, dass das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) vor der neuen Kommunikationsplattform Google wave warnt. Kurz darauf haben die großen IT-Portale heise.de und golem.de dankbar die Meldung aufgegriffen und entsprechend medienwirksam präsentiert.

Natürlich haben sich innerhalb kürzester Zeit eine Menge Kritiker per Kommentar zu Wort gemeldet und die Datenkrake Google mit ihren unlauteren Praktiken auf's Schärfste verurteilt.

Wobei - war da nicht noch was? Ach ja, die kleinen Details, die sonst keiner lesen möchte...

Selbst der BSI Bericht nämlich gibt unumwunden zu, dass die Google wave Plattform mit ihrem Open Source Ansatz durchaus Vorteile bietet ("Der offene Ansatz des Google Wave Federa­ tion Protocol ist zu begrüßen") und dass Unternehmen oder private Organisationen eigene wave Server betreiben können. Folglich werden auf Sicht auch die Kommunikationsdaten nicht bei Google gespeichert, sondern bleiben weiterhin unter der vollen Kontrolle der Anwender  - die eigentliche Warnung bezog sich korrekterweise also nur auf den Status quo. Google betreibt aktuell eine Referenzimplementierung (Sandbox), die die Möglichkeiten der neuen Technolgie aufzeigt.

Vergleichen lässt sich dieses Konzept durchaus mit dem der Mail-Server. Natürlich besteht ein gewisses Datenrisiko, wenn wir alle unsere E-Mails bei web.de, Google und Co. speichern. Hat nicht aber doch jedes Unternehmen, jede Organisation die Möglichkeit einen eigenen Server zu betreiben?

Die Diskussion, die zum Teil in den Foren auch auf erschreckendem Niveau geführt wird (hat jemand die Dokumente zur wave Plattform wirklich gelesen?), war jedenfalls wenig hilfreich. Wer hinter die Kulissen schaut erkennt das Potential von Google wave. Wir haben das bereits vor einiger Zeit gemacht und haben unsere Schlüsse daraus gezogen.

Wir befürworten Open Source und offene Protokolle.  Unserer Ansicht nach bietet Google wave erstaunliche Ansätze und weitreichende Möglichkeiten - ob es sich durchsetzen wird bleibt abzuwarten. Sicher erscheint jedoch, dass sich die weltweite Community bereits intensiv mit Google wave beschäftigt hat und weiter über das Potential der Plattform sprechen wird. Und wer weiterhin mit Halbwissen glänzt wird von der Community aufgeklärt - hoffentlich.

Robert Szilinski

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